mymentor.zh

Erprobtes Erfolgsmodell: mymentor.zh unterstützt eine Leiterin im Kinderturnen

Die Förderung von ehrenamtlichen Leiterpersonen im Sport ist essenziell – doch wie gelingt das am besten? Das Programm mymentor.zh setzt seit vier Jahren auf praxisnahe Unterstützung direkt auf den Sportplätzen oder in den Turnhallen. Ein Besuch im Kinderturnen zeigt beispielhaft, wie eine Leiterin mit der Unterstützung einer Mentorin ihre Fähigkeiten weiterentwickeln kann.

Es ist Dienstagnachmittag, in der Turnhalle einer Schule im Zürcher Unterland haben sich 21 Kinder zwischen fünf und sieben Jahren versammelt. Heute ist ein besonderer Tag: Julia, die das Training leitet, bekommt zum zweiten Mal Besuch von ihrer Mentorin Karin. Das Programm mymentor.zh unterstützt Trainerinnen und Trainer in ihrer praktischen Arbeit. «Die direkte Begleitung in der Halle ist wertvoll, weil ich hier in einer echten Trainingssituation Feedback und Inputs bekomme», sagt Julia, während sie die sieben Stationen des heutigen Postenlaufs vorbereitet.

Vom Zufall zur Leidenschaft

Julia, die mit ihrem Mann ein Catering-Unternehmen betreibt, kam eher zufällig zum Kinderturnen. «Eine Freundin hat mir erzählt, dass Leiterpersonen fehlen. Also bin ich einfach einmal mitgegangen. Das hat mir so viel Spass gemacht, dass ich gleich dabeigeblieben bin.» Sie ist begeistert davon, den Kindern etwas beibringen und individuell auf sie eingehen zu können. Wenig später absolvierte Julia den J+S-Leiterkurs. «Der Kurs war hilfreich und eine gute Basis für die Tätigkeit als Leiterin, die Umsetzung des Gelernten aber herausfordernd. Im Kinderturnen ist vieles ganz anders. Deshalb habe ich nach einem Unterstützungsangebot Ausschau gehalten und bin so auf mymentor.zh gestossen.»

Theorie trifft auf Realität

Heute profitiert Julia von der individuellen Unterstützung durch Mentorin Karin. Bereits beim ersten Besuch erhielt sie praxisnahe Tipps: kleinere Gruppen, um Wartezeiten zu vermeiden, eine zusätzliche «KiTu-Ecke», in der sich die Kinder auch selbst beschäftigen können, sowie insgesamt mehr Bewegungsanreize. «Ich musste auch lernen, meine Erwartungen etwas zu senken – nicht jede Stunde muss perfekt sein. Manchmal hilft es, das Programm spontan anzupassen oder auch eine Übung zu wiederholen», reflektiert sie. Ihre grösste Herausforderung sei es, alle Kinder dazu zu bringen, mit ihr an einem Strang zu ziehen. Julia schätzt an mymentor.zh vor allem die enge Verbindung zur Praxis. «Es braucht beides: Theorie, um sich Wissen im Bereich Trainingsgestaltung und Sicherheit anzueignen, aber auch praktische Unterstützung, um in der Halle flexibel auf Situationen reagieren zu können.» Das Ergebnis des Mentorings könne für sie sehr motivierend sein, um sich später auch bei J+S vertieft fortzubilden.

Die Mentorin als Wegbegleiterin

Mentorin Karin beobachtet Julia mit geschultem Blick und ist beeindruckt: «Konkret auf die heutige Stunde bezogen, konnte ich beobachten, dass sie meine Inputs vom letzten Mal sehr sinnvoll umgesetzt hat.» Karin hebt hervor, wie Julia die «KiTu-Ecke» im Training bereits etabliert hat, wie sie die Kinder in sinnvollere Gruppen einteilt und ihnen bewusst mehr Zeit gibt, um zur Ruhe zu kommen. Für Karin steht fest: «mymentor.zh ist eine sehr sinnvolle Ergänzung zur J+S-Leiterausbildung.»
Karin kennt die unterschiedlichen Bedürfnisse der Leiterpersonen: «Viele kommen frisch vom J+S-Kurs und merken in der Praxis, dass es schwierig ist, flexibel auf die Trainingsrealität einzugehen. Andere sind sehr erfahren, möchten aber neue Perspektiven gewinnen oder eigene blinde Flecken erkennen. Und einige betreuen Gruppen mit auffälligen Kindern – das sind besonders individuelle Herausforderungen.»

Lernen, wo es zählt

Das mymentor.zh-Programm ermöglicht individuelle Förderung direkt im Trainingsalltag. Für Julia bedeutet das Mentoring eine wertvolle Chance, sich dort weiterzuentwickeln, wo es zählt – mitten in der Turnhalle, umgeben von spielenden und sich bewegenden Kindern.

mymentor.zh

mymentor.zh ist ein kostenloses Weiterbildungsangebot des Sportamts des Kantons Zürich, das Leiterpersonen aus Sportvereinen durch zwei Besuche erfahrener Mentorinnen oder Mentoren im eigenen Training unterstützt. Ziel ist es, individuelle Herausforderungen direkt vor Ort zu besprechen und sofort umsetzbares Feedback zu geben. Das Programm bietet Flexibilität, da die Teilnehmenden den Fokus selbst bestimmen können. Seit der Lancierung im Februar 2022 hilft mymentor.zh Trainerinnen und Trainern, ihre Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln und ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen noch effektiver zu gestalten. Das mymentor.zh Coaching verlängert zudem die J+S-Leiteranerkennungen um zwei Jahre.

mymentor.zh

Stories

Unsere sportlichen Erfolgs­geschichten